Bestes Depot für Aktienhandel Mai 2020

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit den aktuell besten Depots für den Handel von Aktien, Optionen, Optionsscheine und Anleihen. Terminkontrakte (Futures), Differenzkontrakte oder ähnliches betrachte ich hier nicht im Detail, der Fokus liegt ganz klar auf den vorher genannten Wertpapieren. Beim Vergleichen von Depots überbieten sich Anbieter mit Lockangeboten für das erste Jahr. Auch diese lasse ich hier außen vor und schaue mir nur den dauerhaften Preis an. Dieser Artikel richtet sich an Benutzer mit Ordergrößen von Mindestens 1000€. Gebühren in diesem Artikel sind von psychologischen Marketingpreisen auf volle Preise gerundet (5 Euro statt 4,90 Euro und ähnliches) um eine bessere Übersicht zu ermöglichen.

Pseudokostenlose Anbieter

Die folgenden Anbieter werben im Internet mit kostenlosem oder fast kostenlosem Handeln. Das Problem hierbei sind wie bei allen “kostenlosen” Angeboten die versteckten Kosten. Das kann durch die Beschränkung eines singulären extrem ungünstigen Marktzugang sein, das bedeutet, dass man nur über einen sehr kleinen Handelsplatz anstatt über eine richtige Börse handeln kann oder das sonstige Dienstleistungen die bei den meisten Mittelklassekonkurrenten umsonst wären horrende Preise haben (beliebt: hohe Gebühren für das Umschreiben von Namensaktien, Dividenden in Fremdwährung etc.). Kleine Handelsplätze und ähnliches (“Live-Trading”, Direkthandel, “Over the Counter”) haben den Nachteil dass man in der Regel eine höhere Spreizung zwischen Kauf- und Verkaufspreis hat (“Spread”). Man mag zwar keine direkte Gebühr bezahlen, zahlt aber durch einen ungünstigen Kurs sehr wohl eine indirekte Gebühr, die bei einem Ordervolumen von 1000 € einer viel gehandelten Aktie wie SAP 3 – 4 Euro im Vergleich zur Börse sein kann, bei weniger gehandelten Aktien und außerhalb der Börsenhandelszeiten beliebig mehr (für diesen Vergleich legte ich einen der großen Bankdirekthandelspartner gegen Xetra für einen Handel um 15:00 an einem Werktag). Hier eine kurze Übersicht über die Anbieter und die jeweiligen Probleme:

Degiro, Niederlande: 2€+0,018% für Xetra
Der Anbieter hat eine komplizierte Geschäftsstruktur (allein 31 Seiten AGB!) und verleiht die Wertpapiere seiner Kunden weiter. Irgendwie ist das angeblich abgesichert, aber im Falle starker Verwerfungen besitzt man dann im Zweifelsfalle einfach nicht mehr seine Wertpapiere, wo sie bei einem normalen Depot als Sondervermögen unantastbar sind.p1
Gratisbroker, Deutschland: kostenloser Handel an der gettex
Hier kann man nur an der Gettex handeln, ein Handelsplatz mit der Baader Bank als Market Maker. Eintrittskarten pro Hauptversammlung 15 Euro (!).p2
Traderepublic, Deutschland: 1 Euro pro Order
Der handel findet ausschließlich an der LS Exchange statt mit Lang & Schwarz als Handelspartner der hohe Preisaufschläge durchsetzen kann. Außerdem kosten Tickets für die Hauptversammlung 25 Euro (!) und die (verpflichtende) Eintragung von Namensaktien auch deutlich über Konkurenz 2 Euro.p3 Käufe von Aktien z.B. der Allianz, Münchener Rück, Lufthansa, BASF, Bayer, Deutsche Post, Deutsche Telekom, Siemens und EON werden dadurch direkt 2 Euro teurer.
justtrade, Deutschland: “Kostenloser Börsenhandel”/>
Hier kann man im Direkthandel, an der LS Exchange (Probleme siehe oben) sowie an der Quotrix handeln. Von allen pseudokostenlosen Anbietern erscheint es mir als der Serlöseste, da man zumindest an EINEM multilateralen Handelssystem Teilnehmen kann – Quotrix ist die elektronische Börse Düsseldorfs. Wobei man relativieren muss, Düsseldorf hat ein sehr kleines Handelsvolumen und gute Preise bekommt man dort mit geringere Wahrscheinlichkeit als in Frankfurt.p4

Anbieter mit wenig kompetitiven Konditionen

Hier eine alphabetische Liste aller mittelklassigen Depotanbieter die ich finden konnte. Die Preise sind auf gerade Zahlen gerundet und im Falle von Flatex und Comdirect direkt aus der Orderschätzung aus der Webbenutzerschnittstelle gezogen.

1882direkt, Tochter der hessischen Landesbank.
10 Euro Direkthandel, Mindestens 13 Euro für eine Order an der Xetra, 55 Euro Gebühr (!) für Börsen außerhalb Deutschlands. Depotgebühr wenn weniger als 1 Transaktion pro Quartal stattfindet.a0
Comdirect, Tochter der Commerzbank, bald mit dieser verschmolzen.
10 Euro für Direkthandel ausschl. Tradegate, min. 13,35 für Xetra und Tradegate, 19 Euro um Optionen an der Eurex zu handeln, generelle Wucherpreise für ausländische Börsen.a1
Consorsbank
10 Euro für Direkthandel, 11,50 für Xetra, 12,50 + um Optopnen an der Eurex zu handeln, Wertpapierkredit mit 5,4 % im herausragend teuer, generelle Wucherpreise für ausländische Börsen.a2,a3
DKB
10 Euro für Direkthandel einsch. Tradegate, 10 Euro + Xetraspesen für Xetra, generelle Wucherpreise für ausländische Börsen.
Deutsche Bank
Nur aus Neugier: 20 Euro + x als Mindestpreis für Onlineorder. 0,14% Depotgebühr
Finanzen.net
Betrügerische Werbung mit “5 Euro* Ordergebühr (*= also immer +2 Euro)” anstatt direkt von 7 Euro + Gebühren zu sprechen. Das selbe für amerikanische Börsen “10 + 5 + x” statt direkt von 15 Euro zu sprechen. Äußerst unsympathisch. 12,50 für den Kauf von Aktioenkontrakten.a5
Flatex
5,90 im Direkthandel mit flatex, Direkthandel mit Baader Bank oder Lang und Schwarz für über 9,50, min 8,50 für Xetra. Schon sehr lange Negativzinsen (aktuell 0,5%, bei gleichzeitig hohem unerklärbaren Sollzinssatz von 5%) auf Cash und gleichzeitig seit März 2020 Depotgebühr von 0,1% auf den Depotbestand (also 100 + 50 = 150 Euro pro Jahr für ein 100 k Depot mit 10k Barreserve). Mit dem letzten Punkt hat sich Flatex da nun von einem guten Depotanbieter mit manchem Bauchwehzu einem absoluten Schlusslicht katapultiert. Hier findest du einen Tipp der für die Auflösung des Flatexdepots nützlich sein könnte.
maxblue, das hippe immer noch teure Angebot der Deutschen Bank
Mindestens 11 Euro (oder 0,25%) pro Handel an der Xetra, ausländische Börsen Horrorgebühren.a7 20 Euro pro eingegangene ausländische Dividende. Wissend dass US-Unternehmen 4 mal pro Jahr ausschütten ist letzter Punkt alleine schonAusschlusskriterium.
Onvista
Stellt das Angebot von Finanzen.net bereit und hat dementsprechend die gleichen Konditionen. Gehört der Comdirect Bank AG.
Postbank, Tochter der Deutschen Bank
10 Euro für Transaktionen bis 1200 Euro, zuzüglich vieler weiterer Kosten, 18 Euro für 1200 – 2600 Euro. Hohe Preise für ausländische Börsen.a8
Sparkasse Sbroker
9 Euro Direkthandel, 9,50 + x an Börsen.a9
Strateo, schweizer Tochter der französischen Crédit mutuel Arkéa
Gestaffelte unattraktive Fixkosten für Handel an Swiss Exchange, Xetra, etc, z.B. 15 CHF für 500 bis 2000 CHF beziehungsweise 15 Euro für 500 bis 2000 Euro.a10
Targobank, Tochter der französischen Credit Mutuel.
9 Euro im Direkthandel, 11 Euro an der Xetra (anscheinend inklusive allen weiteren Kosten), 12,40 an allen Deutschen Parkettbörsen. Verhältnismäßig eine der attraktivsten klassischen Anbieter. Kein Wertpapierkredit möglich?a11<
Volksbanken Reiffeisenbanken
10 Euro + x. Wucherpreise für ausländische Börsen.a12

Kompetitive Anbieter

Die folgenden Anbieter habe ich in die nähere Auswahl gezogen und werde hier ihre Konditionen vergleichen. Hier gibt es im Endeffekt nur 2 unabhängige Akteure auf dem Markt:

  1. Wallstreet Online AG mit Sitz in Berlin betreibt über eine 100% Tochter Depotanbieter Smartbroker. Sie gehört dem Gründer zu 60% und ist sonst im Streubesitz.k1 Das Depot lagert bei der BNP DAZ Bank in Nürnberg.
  2. Interactive Brokers (IB, nach ihrem NASDAQ-Kürzel oft auch IBRK genannt) die sich selbst nur an Kunden mit Depotgrößen von mindestens 100 000 € wenden aber über ihre “Introducing Brokers” (IBIB) auch an kleine Kunden gehen.

In der folgenden Tabelle liste ich die Angebote der einzelnen Broker. Gebühren stehen dabei immer in folgendem Format:

Mindestgebühr (Prozentuale Gebühr einschließlich Mindestgebühr)

Ich hebe des Weiteren in jeder Spalte besonders positive Eigenschaften und negative hervor.

Anbieter Sitz Mindesteinlage Aktienkauf XETRA Aktienkauf an US-Börse Optionsschein Börse in Deutschland Option (PRO OPTION) Deutschland – Aktie / Index CFD Europa Anleihenkauf Europa Futures auf Rohstoffe Deutschland Metalle Kauf Metalle Lagerung p.a. Eintragung Namensaktie Negativzinsen Lombardkredit Einlagensicherung bis Auszahlung
Agora Direct UK 0, 2000 Euro für mehr als Aktien und Anleihe 3,85 (0,12%) 2,5 USD (0,019 pro aktie) max 1,25 % 6 (0,12%) 1,95 1,5 (0,01%) Index. 4,75 (0,08%) Aktien EU. 3 Aktien USA.  6 (0,25) zzgl. ext. Geb. 1,9 6 (0,3%) 0,10% 0 (kommt nicht auf Seite vor) 0 (-0,76% ab 100k Cash) 3,50% 250 000 USD 8 Euro (nach 1. kostenlos pro Monat)
Banx Deutschland 3000 Euro 3,90 (0,14%) 3 USD (0,01 pro Aktie) 8 (0,2%) 2 5 (0,1%) Aktie EU 5 (0,15%) 2 5 (3/1E5) 0,10% 0 (kommt nicht auf Seite vor) 0 (-0.857%=BM-0,25 ab 100k Cash) 1,50% 250 000 USD 8 Euro (nach 1. kostenlos pro Monat)
Captrader GmbH Düsseldorf, Tochter der FXFlat Bank 2000 Euro, wenn darunter fällt wird Konto geschlossen 4 (0,1%) 2 USD (0,01 pro Aktie) 6 (0,2%) 2 4 (0,1%) Aktie EU ? 2 0 (kommt im Preisleistungsverzeichnis nicht vor) 0 (-1,85 ab 100k Cash) 2,50% 250 000 USD 1 Euro (nach 1. kostnelos pro Monat)
Interactive Brokers
Fixpreis.
USA

a) Einlagen < 10k 
-> max(0, 20 – mtl. Provision);
 b) 10k <= Einlagen < 100k
-> max(0, 10 – mtl. Prov.)
c) sonst: 0 €

4 (0,1%) US$ 1(0,01 pro Aktie) max 1% 4 (0,1%) 1,10 / 1,50 3 (0,05%) 2 (0,1%) 2 $ 2 (1.5E-6) 0,10% 0 (kommt nirgends auf der Seite vor, angeblich ist im Festpreismodell alles inkl. Gebühr) 0 (-0,85 ab 100k Cash) 1,50% 250 000 USD 1 Euro (nach 1. kostnelos pro Monat)
Interactive Brokers
Gestaffelter Preis.
USA

siehe oben

1,89€ (kompliziert) US$ 0,33 (0,1%? kompliziert) 1,73 (kompliziert) ?
? ? ? $ 2 (1.5E-6) ? 0 (kommt nirgends auf der Seite vor, angeblich ist im Festpreismodell alles inkl. Gebühr) 0 (-0,85 ab 100k Cash) 1,50% 250 000 USD 1 Euro (nach 1. kostnelos pro Monat)
Lynx Niederlande 0 5,8 (0,14%) 5 USD (0,01 pro Aktie) 8 (0,2 %) 2 5,8 (0,1%) Aktie Euro 8 (0,2%) 2 5 USD (3/1E5) 0,10% 0 (kommt im Preisleistungsverzeichnis nicht vor) 0 (-0,78% ab 100k Cash) 3,50% 250 000 USD 1 Euro (nach 1. kostnelos pro Monat)
Smartbroker Deutschland, das Depot liegt bei der DAB BNP Paribas in Nürnberg. 0 4,82 (4 fix + 0,00657 %) 25 USD (0,06%) 4 erst ab Ende 2020 möglich 4 erst ab Ende 2020 möglich 20 (0,5%) 0,34% 0,6 -0,5 % (erst nach 3 Monaten nach dem jeweiligen Casheingang und erst ab über 15 % Cashquote für den überschüssigen Betrag) 2,25% 100 000 (90 100 000) 0

Anmerkung zu Interactive Brokers: Man kann hier statt des fixen Preismodells einen gestaffelten Preis auswählen und in der Kontoeinstellung ohne Verzögerung zwischen diesen hin und herschalten. Gestaffelte Preise sind eindeutig günstiger, so kann man für nur 0,3$ an amerikanischen Börsen Aktienpakete von 300-500$ handeln (statt Fixpreis 1$). Mir ist bisher noch kein Fall begegnet, wo der Fixpreismodell zu niedrigeren Gebühren als beim gestaffelten geführt hat.

Schlussfolgerung und Auswahl

Ich würde eine Kontoeröffnung direkt bei Interactive Broker empfehlen. Ein Wechsel zu einem IBIB wie Captrader ist sehr einfach möglich, ein Wechsel vom IBIB zu IB jedoch nicht. Die ersten 3 Monate erspart IB auch jegliche Gebühren auch wenn man nicht die nötige Provisionsmenge / Einlagenmenge erreicht.

Ich habe daraus für mich den CaptraderInteractive Broker abgeleitet, da

  1. es keine Mindesteinlage gibt,
  2. mich der Handel von physischem Gold gerade nicht so sehr interessiert,
  3. mit Interactive Brokers zusammen den niedrigsten prozentualen Satz für Handel an der Xetra nimmt.
  4. Smartbroker mir durch die Abwesenheit von Optionshandel und die angekündigten 5 Wochen Depoteröffnungsdauer (tatsächlich war das Depot dann doch nach nur 2,5 Wochen eröffnet) unattraktiv wirkt.
  5. Abgeltungsteuer (also direkte Gewinnsteuerabzug noch vor der Steuererklärung) existiert bei Depots die außerhalb Deutschlands (bei allen mit IB liierten Anbietern der Fall) nicht. Gewonnenes Geld kann also bis zur nächsten Steuererklärung weiter Gewinnbringend eingesetzt werden, anstatt dem Staat ein zinsfreies Darlehen zu gewähren.

Erfahrung mit Captrader / Interactive Brokers

Die Depoteröffnung gestaltet sich einfach, alles geht elektronisch, man hat keinerlei Briefverkehr. Im Abschluss kann man das Konto bei Captrader per Zweifaktorauthentifizierung sichern indem man sich entweder eine TAN-Applikation aufs Handy lädt, oder sehr zu meiner Freude sich einen Papier-Tan generiert, welchen man dann herunterlädt, druckt und das Original auf dem Computer möglichst schnell vernichtet. Im Falle dass der Computer schon bei der Kontoeröffnung kompromittiert ist, hat man schlechte Karten. Hier würde ich mir die Option der postalischen Zusendung der TAN-Karten wünschen. Bei Interactive Brokers ist von Anfang an ein TAN-Verfahren per Default von Anfang an auf das Handy aktiviert. Achtung: Warnung: die TAN-Karte ist ohne echte Vorwarnung nur eine sehr kurze Zeit von 20 Tagen gültig danach ist man aus dem Konto ausgesperrt wenn man keine weitere aktiviert hat und darf den Kundendienst bemühen.

Handelsplattformen

Wie bei vermutlich allen Interactive Broker Introducing Brokers (IBIB) hat man mehrere Möglichkeiten zu handeln.

  • Trader Workstation (oft TWS abgekürzt von den IBIB jeweils anders vermarktet als “Trading-App” oder ähnliches, aber der Inhalt ist der Gleiche) : am Anfang ist es ein wenig verwirrend, da die Benutzeroberfläche deutlich komplexer ist nicht erklärt wird. Nach einer Weile komme ich aber gut damit zurecht und weiß die “Mosaic” Oberfläche, bei der man alles auf einmal im Blick hat (Ordereingabe, Portfolio / Beobachtungslisten, Chart, Orderbuch, Nachrichten zum jeweils angewählten Wertpapier) sehr angenehm.
  • Agena Trader: für jemanden der keine Erfahrung eine sehr starke optische Reizüberflutung, mehr noch als der die TWS, allerdings fußt meine Erfahrung auf dem Zeitpunkt als mich selbst noch die TWS verwirrte. Vielleicht werde ich zukünftig nochmal darauf zurückgreifen.
  • Kontoverwaltung: Hier kann man vor Allem Einstellungen vornehmen, aber auch Handeln, allerdings mit wiederum zu wenig Optionen.
  • Webtrader: vom Aussehen her eine abgespeckte Version der TWS.
  • API: Man kann sich auch seine eigene Handelssoftware programmieren und diese seinen Handel durchführen lassen.

Bank- vs. Börsenhändlerverwahrung und wie ist das mit dem Ausland?

Abschließend möchte ich noch 2 Dinge untersuchen bezüglich IB und den IBIB. Im Vergleich zu den “reindeutschen” Anbietern mit wenig kompetitiven Konditionen liegt das Depot bei IB und den IBIB nicht bei einem dritten Vertragspartner, der Depotbank sondern direkt beim Börsenhändler (stockbroker) und der befindet sich im Ausland. Stellt das einen Nachteil dar?

Ausland

Achtung: die Struktur von Interactive Brokers hat sich aufgrund des Brexits verändert.

Vertragspartner ist die lnteractive Brokers (U.K.) Limited in London.b1 Allerdings können Kundengelder und Wertpapiere auch direkt bei der Muttergesellschaft liegen. Wie genau die Trennung hier verläuft konnte ich nicht verhausfinden. Generell gilt: Kundengelder/ Wertpapiere und Gelder/ Wertpapiere des Brokers werden getrennt geführt und fließen somit nicht in die Haftungsmasse im Falle einer Insolvenz ein.b2 Interactive Broker legt das Gelder verteilt über mehre Banken an, genau wie sie Wertpapiere bei unterschiedlichen Depotbanken lagern.b3 Für den Falle dass bei einer Insolvenz von Interactive Broker Schludrigkeit in Kontentrennung festgestellt werden, oder dass Banken auf welche IB das Geld angelegt hat pleite gehen, greift bis 85 000 Pfund Sterling das britische Financial Services Compensation Scheme (FSCS) pro Person. Die britische Client Asset Regulation verpflichtet IB dazu ein Maßnahmenpaket zu unterhalten, dass es bei einer Pleite von IB dem Insolvenzverwalter ermöglichten würde die Kundengelder zeitnah zurück zu geben. In Amerika wird eine von der US-Behörde SEC wöchentlich stattzufindender Abgleich stattdessen täglich durchgeführt um ebenso eine Rückgabe von Kundengeldern und Wertpapierne zeitnah im Falle von Insolvenz zu garantieren. Die IB und damit auch die IBIB verleihen die Wertpapiere nicht (es sei denn man aktiviert diese Option explizit und bekommt dafür Rendite). Als Kunde kann man also Wertpapiere dementsprechend weder durch Insolvenz dritter noch Interactive Broker verlieren. Nur der Vollständigkeit wegen: Ein US-Jurist bemängelt dass die rechtlichen Grundlagen für die Trennung von verwahrtem Geld (custody) und firmeneigenem Geld zur Nichtberücksichtigung in die Insolvenzmasse nicht sauber durchexerziert wurde. Er bezieht sich hier allerdings nur auf theoretische Grundlagen und nicht die gängige angewandte Rechtssprechung, die wie oben beschrieben ist.b4 (Dieser Abschnitt stellt keine jurisitsche Beratung da, ich bin inkompetent habe keine Ahnung wovon ich rede).

Börsenhändlerverwahrung

Ich konnte zwei potentielle Nachteile der Börsenhändlerverwahrung finden: An erster Stelle steht die Tatsache, dass manche Broker die Anlagen ihrer Kunden nicht von ihrer eigenen Vermögensmasse trennen und / oder damit zocken. Das ist bei IB nicht der Fall.b3 Der zweite Nachteil besteht darin, dass man wenn man direkt eine Depotbank als Vertragspartner hat, man bei dieser theoretisch mehrere Börsenhändler einbinden kann. Ein populäres Beispiel sind hierbei bei der Comdirect die Austellung von Vollmachten an Fondsvermittler die dann anstatt der Comdirect für den Kunden als Markteilnehmer (Börsenhändler) agieren und dem Kunden günstigere Tarife gewähren. De facto ist das Angebot an Marktteilnehmer die mit einer beliebigen Depotbank zusammen arbeiten allerdings eher gering, sodass dieses Manko, dass man bei ohne Depotbank als Vertragspartner keinen weiteren Börsenhändler hinzuziehen kann rein theoretischer Natur.

Fazit

Es spricht nichts gegen eine Verwahrung im Ausland oder ohne Depotbank als dritten Vertragspartner. Das Ausfallrisiko erscheint bei vernünftigen Vertragsbedingungen genauso hoch wie bei einem deutschen Anbieter.

 

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